Studierendenwerk beschließt konsequente Umsetzung von nachhaltiger, gesünderer und sozialverträglicher Ernährung in den Mensen!
Letzte Woche wurde eine wichtige Entscheidung getroffen für alle, die sich in Hamburg für nachhaltige Ernährung in Mensen engagieren! Denn: das Studierendenwerk Hamburg hat in der Vertreter:innen-Versammlung am 11.12.2025 offiziell beschlossen, das Essensangebot in Richtung mehr Nachhaltigkeit umzugestalten.
Ein kurzer Exkurs zur Hochschulpolitik: Die Vertreter:innen-Versammlung ist ein wichtiges Entscheidungsgremium des Studierendenwerks, wo studentische und präsidiale Vertretungen der Hamburger Hochschulen gemeinsam geschäftliche Anliegen des Studierendenwerks besprechen.
Erste konkrete Maßnahmen für eine nachhaltigere und gesündere Ernährung in den Mensen liegen schon vor und wurden in der Sitzung vorgestellt. In diesem Prozess wird die Planetary Health Diet als Orientierungsgrundlage betrachtet. Im Rahmen der Arbeitsgruppe "Planetary Health Diet" sind wir als studentische Vertretung an diesem Vorgang beteiligt. Das gemeinsam formulierte Vorhaben wurde nun von den Vertreter:innen der Hochschulen mit großer Mehrheit (15 dafür, 1 dagegen) unterstützt!
Beschlossen wurde folgendes Petitum:
Den Weg zur Nachhaltigkeit konsequent weiterverfolgen
Die Vertreter:innenversammlung begrüßt die durch das Studierendenwerk in die Wege geleiteten ersten Maßnahmen und unterstützt das Ziel, das Speiseangebot nachhaltiger, gesünder und sozialverträglicher auszubauen. In Zusammenarbeit mit der AG Planetary Health Diet (PHD) der Vertreter:innenversammlung mit studentischer Beteiligung sollen die zuständigen Mitarbeitenden und die Geschäftsführung des Studierendenwerkes einen schrittweise Fahrplan für das Vorhaben erarbeiten, die Umsetzung der Maßnahmen bewerten und weitere notwendige Maßnahmen ermitteln. So kann das Studierendenwerk Hamburg einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zur Klimaneutralität 2040 in Hamburg leisten. Die Vertreter:innenversammlung beauftragt die Geschäftsführung, auf jeder Vertreter:innenversammlung zu den Entwicklungen und Fortschritten in Belangen der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit zu berichten.
- Eingebracht von Paul Veit, studentischer Vertreter der Uni Hamburg
Zum Hintergrund des Beschluss
Dieser Beschluss ist ein Erfolg! Er ist die Folge des von den "Students for Future" und der "Jusos Hochschulgruppe" eingebrachten Antrages "Antrag zur Umsetzung der Planetary Health Diet in allen Mensen und Cafés" in der Vertreter:innenversammlung im Juni diesen Jahres. Dort haben wir gefordert, dass das Studierendenwerk bis Ende 2027 die Standards der Planetary Health Diet an jedem Mensastandort umsetzt und zudem ein weiteres veganes Hauptgerichte für unter 3 € einführen soll. Daraufhin wurde in der Sitzung beschlossen, dass die Geschäftsführung des Stws die Wirtschaftlichkeit dieser Forderungen prüft. Dabei sollten auch die Ergebnisse der vergangenen Kundenzufriedenheitsbefragung berücksichtigt werden und der ganze Prozess von einer Arbeitsgruppe mit studentischer Beteiligung begleitet werden - und hier spielen wir als Antragsstellende eine Rolle. Innerhalb dieser AG haben wir ein Vorgespräch geführt - u. a. mit der neuen kommissarischen Geschäftsführerin Frau Schelinger - und an der Vorbereitung des heutigen Beschluss mitgearbeitet. Wir waren positiv überrascht von der transparenten und zugewandten Zusammenarbeit mit dem Studierendenwerk und der Bereitschaft, lösungsorientiere, positive Veränderungen in den Mensen voranzubringen!
Jahrelanges Engagement hat endlich Erfolg!
Dieser Beschluss hat eine lange Vorgeschichte aus den letzte Jahren, in denen wir als Students for Future drangeblieben sind und immer wieder Gespräche mit dem Stw geführt haben. Mit einer Petition für klimaneutrale Mensen, stießen wir bereits im Jahr 2022 hochschulpolitisch und öffentlich Überlegungen zum klimafreundlichen Ausbau des Essensangebots in den Mensen an. Im Rahmen unserer hochschulpolitischen Arbeit, u.a. im Studierendenparlament und im Referat für Nachhaltigkeit und Ökologie im AStA der Uni Hamburg, haben wir dem Studierendenwerk regelmäßig unsere Forderungen und Verbessereungsvorschläge mitgeteilt: Happy Hour, mehr vegane und vielfältigere Snacks in den Cafés, Verbesserungen zum Sozialgericht "veganer Pottkieker" im Sinne einer Erhöhung von proteinhaltigen Lebensmitteln, mehr Hülsenfrüchte in der Salat- und Gemüsebar, Abschaffung des Aufpreises von Pflanzenmilch.... Die Liste lässt sich noch lange erweitern. Es waren nicht immer einfache Gespräche, oft zäh und nüchtern, ab und zu auch produktiv und erfolgreich.
Was ist die Planetary Health Diet eigentlich?
Eine unserer lang anhaltenden Forderungen ist die Umsetzung der "Planetary Health Diet" (PHD) in den Mensen. Sie ist ein wissenschaftlich erarbeitetes Ernährungsprinzip, das sowohl unsere wie auch die planetare Gesundheit schont. Die Basis dabei ist eine deutliche pflanzlichere Ernährung, u.a. durch die Erhöhung des Konsums pflanzlicher Proteine wie Hühlsenfrüchte und die Veringerung des Verzehrs von Fleisch. Vor allem besteht die PHD aus pragmatischen Maßnahmen, mit welchen jede:r die eigene Ernährung reflektieren und verbessern kann. In unsere Forderung haben wir die Übersetzung dieses Ernährungsprinzips für Großküchen ausgearbeitet: das Studierendenwerk soll seinen Speiseplan, Einkauf und Verkauf reflektieren und die Anteil von pflanzlichen, vegetarischen und fleischhaltigen Lebensmitteln/Gerichten an die PHD Vorgaben anpassen. Wie das genau funktioniert, könnt ihr ausführlich in unserem Antrag auf unsere Website nachlesen.
Was bedeutet das nun für Studierenden?
Unser Essen in Mensen wird Schritt für Schritt gesünder und umweltfreundlicher! Dabei sollen Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Mehr dazu berichten wir euch bald - also folgt uns gerne weiterhin in den Sozialen Medien und bleibt auf dem Laufenden!
Wir bleiben auch daran, damit diese Entscheidung nur der Anfang einer großen Veränderung ist!