Klimagerechtigkeit an der Uni Hamburg
Wie trägt die Uni Hamburg zur Klimakrise bei und wie kann sie Verantwortung übernehmen?
Die Uni Hamburg trägt auf zwei Weisen zur Klimakrise bei. Ganz offensichtlich ist, dass sie beträchtliche Treibhausgasemissionen hat, zum Beispiel durch den immensen Stromverbrauch, der sich etwa mit einer Kleinstadt vergleichen lässt. Emissionen kommen aber auch von vielen Dienstreisen, vom Bauen, Heizen, vom Einkauf oder durch das Mensaessen.
Doch die Klimakrise ist auch eine Systemkrise. Unser Wirtschaftssystem ist ausgelegt auf unendliches Wachstum, ungeachtet planetarer Grenzen, und wird erst durch strukturelle Diskriminieung, Rassismus und die Ausbeutung des globalen Südens ermöglicht. Noch bis in die 60er Jahre hat sich die Uni als “Kolonialinstitut” verstanden. Sie hat diesem System beträchtlichen Vorschub geleistet und damit Hamburg großen Reichtum beschert.
Daraus ergibt sich heute nicht nur die Verantwortung, bei der Aufklärung von Verbrechen an Mensch und Natur in der Vergangenheit zu helfen, sondern für die Zukunft aktiv und immer wieder die Systemfrage zu stellen. Kritische Wissenschaft ist notwendig, um die Klimakrise zu verstehen und aufzuhalten!
Wie hoch sind die Emissionen der Uni Hamburg? Und welche Maßnahmen hat die Uni Hamburg bisher ergriffen, um ihre Emissionen zu reduzieren?
Die Uni Hamburg ist die größte Bildungs- und Forschungsinstitution Norddeutschlands. Sie emittiert zehntausende Tonnen CO2 im Jahr. Wie viel genau, wissen wir aber nicht, denn es wurde jahrelang verschlafen, sich mit den eigenen Emissionen auseinanderzusetzen. Klar ist: Strom und Wärme kommen nach wie vor aus fossilen Energien, wie bei fast allen öffentlichen Einrichtungen. Doch der (bauliche) Zustand der Uni ist besonders schlecht. Das liegt daran, dass die Uni seit Jahren zu wenig Geld bekommt.
Auf einen Teil ihrer Emissionen hat die Uni auch nur indirekten Einfluss. Zum Beispiel bestimmt die Uni nicht, was in den Mensen des Studierendenwerks angeboten wird oder mit welchen Verkehrsmitteln die Studis zur Uni fahren.
Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus, um den Klimaschutzzielen der Stadt gerecht zu werden, doch es herrscht Aufbruchsstimmung. Schließlich nennt sich die Uni jetzt “eine Universität der Nachhaltigkeit”. Auch durch unseren jahrelangen Druck fängt die Uni endlich an, ihre Emissionen genau aufzuschlüsseln. Photovoltaikanlagen kommen aufs Dach und Pflanzen auf den Campus. Doch es muss noch schneller gehen - das weiß die Uni auch.
Welche Projekte und Initiativen gibt es an der Uni Hamburg, die sich für Klimaschutz einsetzen? Wie können Studierende sich an diesen Projekten beteiligen?
Inzwischen gibt es an der Uni eine Vielzahl von Initiativen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen. Da ist es leicht, den Überblick zu verlieren.
Green Office & Sustainability Office
Ihr fragt euch, warum seit neuestem ein Tiny House auf dem Campus steht? Dort sind Green Office und Sustainability Office zuhause, beide haben aber eine unterschiedliche Funktion und Geschichte. Das Green Office ist 2021 als studentisches Projekt gegründet worden. Sechs Studierende realisieren eigenständig Projekte zum Thema Nachhaltigkeit. Das Sustainability Office ist 2023 gegründet worden und ist Teil des Präsidiums der Uni Hamburg. Es organisiert unter anderem die Arbeitsgruppen zum Thema Nachhaltigkeit, die in einem Bottom-up-Prozess verschiedene Projekte begleiten. Einige der AGs sind z.B. Bauen, Klimaplan, aber auch Fairtrade oder “Fahrradfreundliche Uni”. Wie ihr mitmachen könnt, erfahrt ihr auf den Seiten des Sustainability Office.